Szentendre – Künstlerstadt an der Donau

Szentendre ist eine malerische Kleinstadt etwa 20 Kilometer nördlich von Budapest, direkt an der Donau gelegen. Der Name bedeutet „Sankt Andreas“. Mit ihren engen, gepflasterten Gassen, barocken Häusern und bunten Fassaden zählt Szentendre zu den beliebtesten Ausflugszielen Ungarns.
Die Stadt wurde im 17. Jahrhundert von serbischen Flüchtlingen gegründet, die vor den Türken flohen. Sie brachten ihre orthodoxe Kultur mit, was sich bis heute in den zahlreichen serbisch-orthodoxen Kirchen widerspiegelt.
Im 20. Jahrhundert wurde Szentendre zu einem Zentrum der ungarischen Kunst und Kultur. Viele Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker ließen sich hier nieder. Noch heute ist die Stadt für ihre Künstlerkolonie, Galerien und Museen bekannt. Beim Spaziergang durch die Altstadt findet man überall Ateliers, Ausstellungen und kleine Kunstläden.
Die romantische Atmosphäre, die Nähe zur Natur und das besondere Licht der Donau haben Szentendre zu einem Treffpunkt für Künstler und Kunstliebhaber gemacht.
Szentendre ist eine Stadt, in der Kunst und Geschichte auf einzigartige Weise zusammenkommen. Die farbenfrohen Häuser, das mediterrane Flair und die zahlreichen Galerien machen den Ort zu einem kulturellen Kleinod an der Donau.

Margit Kovács – Leben und Werk

Eine der bekanntesten Künstlerinnen, die aus Szentendre stammen, ist Margit Kovács (1902–1977). Sie war eine ungarische Keramikerin, deren Werke weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden.

Kovács studierte in Wien und Paris und verband in ihrer Arbeit traditionelle ungarische Motive mit moderner Formensprache. Ihre Figuren, Reliefs und Skulpturen sind aus Ton gefertigt und zeichnen sich durch ausdrucksstarke Gesichter, klare Linien und warme, erdige Farben aus.

Thematisch beschäftigte sie sich oft mit religiösen Szenen, ungarischen Volksmotiven und Alltagsszenen von Frauen. Ihre Werke wirken gleichzeitig schlicht und tiefsinnig – sie verbinden Handwerk, Kunst und Spiritualität auf besondere Weise.

Das Margit-Kovács-Museum

In Szentendre befindet sich heute das Margit-Kovács-Museum, das der Künstlerin gewidmet ist. Es wurde 1973 eröffnet, noch zu ihren Lebzeiten, und zählt zu den meistbesuchten Museen der Stadt.

Das Museum ist in einem barocken Bürgerhaus untergebracht und zeigt eine umfangreiche Sammlung ihrer Werke: Skulpturen, Wandreliefs, Porträts und figürliche Darstellungen. Besucher können hier den künstlerischen Werdegang von Margit Kovács nachvollziehen – von ihren frühen Arbeiten bis zu ihren reifen Meisterwerken.

Die Ausstellung vermittelt nicht nur einen Eindruck von ihrer Kunst, sondern auch von der Entwicklung der modernen ungarischen Keramik im 20. Jahrhundert. Besonders beeindruckend ist die Verbindung von Volkskunst und moderner Ästhetik, die in jedem ihrer Werke spürbar ist.

Das Margit-Kovács-Museum ist dabei ein Höhepunkt für alle, die sich für Kunst und Handwerk interessieren. Es zeigt, wie eine talentierte Künstlerin mit Ton, Form und Ausdruck eine eigene Sprache geschaffen hat, die bis heute berührt und inspiriert.

Ein Besuch in Szentendre und im Margit-Kovács-Museum ist somit nicht nur ein Ausflug, sondern eine Reise in die Welt ungarischer Kultur und Kreativität.